Bitte eine bänsion
Der "Falter" hat diese Woche einen interessanten Aufmacher: PENSIONEN!
Entweder liegt's daran, dass der Chefredakteur ja wirklich dringend über den Ruhestand und dessen pekuniäre Ausstattung nachdenken muss oder es bestätigt meine alte These. Nichts ist so spießig, wie das Leben der 20 bis 30-Jährigen anno 2003. Nicht umsonst zelebriert man dieser Tage die Trainingsjacken und andere Devotionalien aus den 70er Jahren - dieser Mega-Spießerepoche.

Diese Generation wird nie unter Neurosen leiden, weil sie sich doch immer mit Attitüden und der schmucken Ausstattung ihres gähnend langweiligen Lebens begnügen wird. "Wir holen dich da raus!, Falter". Ich merk nichts. Ich fühl mich da maximal reingeholt. Easy listening. Easy living. Bitte Frieden! Vor allem: sozialen Frieden. Wir haben doch auch ein Recht auf das, was unsere Eltern haben: eine bänsion.

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Reality re-adapted
Manchmal beginnt die Fiktion ja schon im Vorspann. Und manchmal fragt man sich am Ende eines Films, ob Teile der Handlung, die man gesehen hat, nichts als bloße Halluzination (innerhalb der Fiktion) gewesen sein sollen.

"Adaption" von Spike Jones setzt dort an, wo "Being John Malkovich" aufhört (und findet zwischendurch auch immer wieder Catherine Keener - ach!).

Aus dem Hintergrund der multiplen Persönlichkeit von John Malkovich tritt nun Charlie Kaufmann, der sein Doppel in Gestalt seines Bruders Donald (er)findet. Gerungen wird mit einem Drehbuch über einen Roman, von dem man dank des Films die ganze Zeit denkt, es gebe ihn gar nicht - der sich, obwohl er Vorlage ist, permanent selbst zersetzt, weil er in der Erzählachse des Films ebenfalls eigentlich erst geschrieben wird. Vereinfacht gesprochen: Kaufmann adapts novel - novel adapts reality - reality adapts to reality, etc.pp. Zwischendurch kratzt Darwin aufs Papier.

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Rohstoff für eine Debatte?
Weblogs: Paradigma für den künftigen Journalismus?

Die Verbreitung von Weblogs passiert zu einer Zeit, in der sich auch journalistisches Schreiben grundlegend verändert. Weblogs mit einer relativ starken Öffentlichkeit (z.B. AndrewSullivan.com) markieren das Paradigma für publizistisches Arbeiten in der näheren Zukunft: Sie führen auf der einen Seite zu einer Verstärkung (oder gar Comeback) von Autorschaft im elektronischen Medium (als real referenzierbare Person oder persona); auf der anderen Seite markieren sie zugleich die Abkehr vom Originalitäts-Diskurs des „klassischen“ Journalismus. Blogger und Online-Journalisten akzentuieren im Prinzip schon existierende Diskurse neu – nicht nur, in dem sie bestimmte Texte aus einem Meer von Datensätzen und Artikeln hervorheben (Stichwort: Bewältigung redundanter Information), sondern auch in der kommentierenden Weiterverarbeitung bestehender Diskurse. Blogger verstärken Diskursstränge, machen aus Einzeltexten Debatten, etc. Was früher in diesem Bereich an Medienmarken gekoppelt war (etwa dem Feuilleton einer Zeitung, das Debatten entfachte) ist nun angedockt an die persona eines Weblogs.

Als unverbesserlichem Anhänger der Aufklärung (die ja in Österreich nie wirklich stattgefunden hat) finde ich Weblogs ja vor allem durch sie generierten semiöffentlichen Raumes interessant. Die Frage ist, welche Formen von Öffentlichkeit da entstehen, wie sehr sie andere Öffentlichkeiten beeinflussen, etc. Interessant finde ich, dass etwa die Debatte, die zum Rücktritt von Trent Lott in den USA führte, vor allem in Weblogs abgehalten wurde...

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