Freitag, 24. September 2004
Das soll "Viel" sein?

Fanta4 haben das Benz-Problem

"Viel", das langerwartete Album der Fantastischen Vier löst ähnliche Gefühle aus wie das Eintreffen eines neuen Mercedes Benz. Man ist irgendwie nicht überrascht, schon gar nicht überwältigt. Das Album ist eigentlich ziemlich matt, irgendwie zusammenkompiliert aus den Beats und Lines anderer deutscher Hiphop-Bands. Die schreckliche Thomas D.-Nummer kommt schon beim dritten Track. Das ist der DAX des Hiphop, und der zeigt bei Fanta4 im Augenblick nach unten. Schade. Die Thomas-D.-Songs wird man demnächst sicher auf einem Jugendtreffen deutscher Katholiken hören können, bei Zeilen wie:

"denn wie alles da draußen, erblüht unser Leben nur durch den Wechsel von Sonne und Regen".

Und dann noch: "Wenn Sonnenlicht durch Wolken bricht." I do beg you pardon, das taugt ja nicht mal mehr für eine Verarsche...

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Freitag, 17. September 2004
Van Halen - gone bad(ly)

Van Halen hat nun offenkundig den Schlusspunkt unter eine am Schluss nicht mehr so glorreiche Karriere gezogen. Es gibt nun das Album "Best of both Worlds" - also die Zeit mit Dave Lee Roth ebenso wie mit Sammy Hagar.

Das Cover erinnert noch einmal an frühe Gustostücke, etwa an das Gitarren-Design von Eddie Van Halen in der "Diver down"-Zeit. Was Van Halen Anfang der 80er Jahre bedeutete, lässt sich gerade nach den Keyboard-Schwelgereien späterer Alben schwer rekonstruieren. Man kann sich natürlich erinnerungstechnisch befragen, und überzeugende Belege dafür finden, was einen Zwölfjährigen an Van Halen begeisterte: Es war die lauteste Band der Welt, die teuerste Band und die Band mit der damals größten Besuchermengen (den Freunden zeigte man im Guiness Buch der Rekorde irgendwas von 300.000 Leuten im Central Park)

Aber heute? Dass Eddie Van Halen ein schwer zu erreichender Gott (nicht nur - siehe "Spanish Guitars" auf "Diver Down") auf der E-Gitarre ist - wer möchte das bestreiten. Aber wo sind die Kompositionen, die Van Halen letztlich so unverwechselbar gemacht haben?

In einem Anfall von Nostalgie nach meiner frühjugendlichen Begeisterung für diese Band suche auf der B-Seite, die mir bei Van Halen dank zweier Nummern immer die Liebste war. Die B-Seite von "1984".

"House of Pain" ist ein großes Finale, aber "Girl Gone Bad" bleibt für mich ein kompositorischer Meilenstein dieser Band.

Text und Gesang sind sehr nebensächlich in dieser Nummer, die von drei neben einander herlaufenden Tempi von Bass, Drums und Gitarre getragen wird. Wenn Heavy Metal mal je so etwas wie die Kraft zum visionären Innehalten gehabt hat, dann wohl in dieser Nummer. Vor allem Eddie Van Halen mogelt sich mit einer beinahe traumwandlerischen Sicherheit zwischen allen Geschwindigkeiten und Gitarrentechniken durch diese Nummer. An keinem Punkt wird der Tempowechsel, wie so oft in diesem Genre, unsanft abgebogen. Die Nummer ist mehr ein Flächenkunstwerk im Ohr.

Auf "Best of both Worlds" fehlt sie ausgerechnet. Als Trost bleibt, dass "1984" mittlerweile zum Preis von vier Kaugummi-Packerln zu erhalten ist. Such is (t)history.

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Mittwoch, 15. September 2004
Kristin Helberg schlägt wieder zu

Nach der Geisterstunde aus dem Frühjahr über die Hamas (eine Sozialbewegung, die gegen den Terror Israels vorgeht), versorgt uns Kristin Helberg, eine deutsche Journalistin mit ausgeprägtem Gerechtigkeitsempfinden in Damaskus, nun mit einer Studie über die Hisbollah im Libanon. Mir wird kalt, wenn ich diesen Beitrag höre, den es mittlerweile in entschärfter Form im Netz zu lesen gibt.

"Die Hisbollah hat den Südlibanon befreit".* I beg you pardon. Aber noch besser ist: "So zwiespältig wie ihr Wesen, ist der Umgang mit ihr...". Ich frage mich, wo hat diese Frau im Libanon recherchiert? Offenbar nur in jenen Häusern, auf denen große Khomeini-Plakate hängen.

Ein Bild der Autorin Kerstin Helberg kann man sich wohl über diesen Brief machen. Da betreibt jemand Journalismus im Zeichen des Befreiungskampfes - entsprechende Romantizismen zum Terrorismus muss man da wohl miteinkalkulieren.

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